Gold. Pures Gold.

Wer Robert Weber in Berlin besucht, der betritt erst einen der vielen Kreuzberger Hinterhöfe, steigt durch ein Treppenhaus empor und steht dann vor einer schweren Haustür. »Willkommen bei mir zu Hause«, sagt der Gastgeber und geht voran. Vorbei an Ikonen auf den Wänden des Speiseraumes, der an das Refektorium eines Klosters erinnert.
 Die Tür öffnet sich zum Atelier, Farbspuren schichten sich auf den Dielen, großformatige Bilder stapeln sich in den Ecken, lehnen an Wänden. Seit vielen Jahren arbeitet er hier, als Künstler, der sich schon lange Zeit mit dem Themenkomplex Gold auseinandergesetzt hat. »Wie die Ikonen des Mittelalters und der Malerei des Trecento denkt sich meine Malerei auf Goldgrund aus der Perspektive der Außenwelt.«

Gold ist eigentlich keine Farbe, sondern ein »Leuchten«, ist Offenbarung eines »unzerstörbaren, verschwenderischen, unerschöpflichen und unbefleckten Glanzes«, wie ein Kirchenvater des 6. Jahrhunderts schrieb. »Aus dem Goldgrund des Bildes heraus beginne ich Material, Schrift und Farbe aufzutragen. Im Universum des Schweigens werden quasi Gedanken, körperhafte Ereignisse, Gebärden geboren, die untereinander in rhythmischer Beziehung stehen und aufeinander reagieren.«

Zu viel verraten will er nicht, zu lange dauerte die Zeit des Experimentierens, bis er wusste, wie er mit Gold und Farbe umzugehen hat. Gold ist ein Imperium, das andere Farben nicht in sich aufnimmt, allenfalls neben sich duldet, wenn sie sich nach ihm richten und sich ihm unterwerfen. Seit vielen Jahren zieht sich so der »goldene Faden« durch die Werke Webers, auf internationalen Ausstellungen zeigte er seine großformatigen Bilder, auf denen sich Farben und Strukturen über vergoldete Hintergründe ergießen. So auch in einer Ausstellung im Stammhaus der Henkell & Co.-Gruppe in Wiesbaden, wo zwei seiner Werke so begeisterten, dass sie nicht die Rückreise nach Berlin antraten, sondern gekauft wurden, hierblieben.

»Da muss ich irgendeinen Nerv getroffen haben«,

sagt Weber, zieht an der Zigarette und schmunzelt. Gold, das ist aktuell ein Material, das in der Kunst, in der Mode, im Design, eigentlich überall en vogue ist. Weber ist aber niemand, der sich auf den fahrenden Zug schwingt, viel zu lange befasst er sich schon mit dem Gold, folgt keinem Trend, setzt ihn eher. Als die beiden Werke in Wiesbaden standen – die Ausstellung war längst abgebaut – da reifte der Entschluss, mehr aus ihnen entstehen zu lassen als reine Kunstwerke. Warum nicht beides miteinander verbinden? Goldenes Kunstwerk und goldenen Sekt? Torben Jansen, Head of Marketing, erzählte bei der feierlichen Enthüllung in Wiesbaden, wie die zarten Bande zwischen Webers Galerie Rother Winter und Henkell & Co. geknüpft wurden, wie – eigentlich eher unpassend – bei einem Glas Rotwein der Gedanke reifte, etwas Gemeinsames zu schaffen.

»Seit vielen Jahren setze ich mich mit Gold auseinander.«

Auch hier barg Material und Gold anfangs einige Probleme, war es doch produktionstechnisch nicht einfach, das goldene Motiv auf die Flasche zu bringen. Am Ende half ein Spezialist aus Italien, ehe die Flasche einem ausgewählten Publikum vorgestellt werden konnte. Entstanden ist so die limitierte Gold-Edition von Henkell Trocken. Auf ihr findet sich eine Reproduktion eines Gemäldes Webers mit dem Titel »Come una Reliquia« (Wie eine Reliquie), das nun die Sektflasche veredelt. Es entstammt einer Bilderserie aus dem Jahr 2006 mit dem Titel des vielleicht kürzesten Gedichts der Literaturgeschichte, in dem fast alles enthalten ist, was die Sehnsucht der menschlichen Existenz ausmacht: »M’illumino d’immenso«. Etwas mehr als hundert Jahre alt und geschrieben von Giuseppe Ungaretti. »M’illumino d’immenso – ich erleuchte mich am Unermesslichen, damit ist eigentlich beinahe alles gesagt«, betont der Künstler, als ihm viele gebannt bei der Vorstellung der Gold-Edition zuhören. Von der »sobria ebrietas« – der nüchternen Trunkenheit, von etwas, das die Seele erhebt und erfüllt, aber doch den nüchternen Blick auf das Wesentliche erlaubt, spricht Robert Weber in seinen einführenden Worten an diesem außergewöhnlichen Abend im Marmorsaal der Sektkellerei . Die geladenen Gäste drängen sich und staunen, als sich ein riesiger Flaschenberg auftut. Anfangs noch kunstvoll mit einer, was sonst, goldenen Hülle verdeckt, die nun nach einleitenden Worten, in einem atemberaubenden Feuerwerk aus Musik und Hochseilakrobatik mit lautem Knall schwungvoll hinabfällt. Als der Nebel sich lichtet, kommen die Sektflaschen zum Vorschein, in denen sich das Scheinwerferlicht golden spiegelt, die alle in Klein das Kunstwerk Robert Webers tragen. Einzigartig. Kunstvoll. Golden.

»Das Projekt macht neugierig auf Kunst und verleiht der Marke Henkell goldenen Glanz. Doch das Geheimnis der Bilder und das des Sektes stehen weiter für sich.«

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Aus der Pearls!

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